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Digitalisierung von Großbaustellen: 5 Fragen an Heinz Pichler

INSITE IT GmbH, Marketing –
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Digitalisierung von Wasserkraft-Großprojekten: Heinz Pichler, Vice President Global Site Operations bei ANDRITZ Hydro, spricht über seine Erfahrungen.

Als INSITE IT-Kunde der ersten Stunde rollte Heinz Pichler die Anlagenbau-Lösung Insite LMS bereits sehr früh in seinen Projekten aus – weltweit und mit nachhaltigem Erfolg. Schon zeitig erkannte und nutzte Heinz Pichler, Vice President Global Site Operations bei ANDRITZ Hydro GmbH, die Chancen, die die Digitalisierung für den Bau von Wasserkraftwerken bietet. Wir sprechen mit dem Anlagenbauexperten über fast ein Jahrzehnt der Zusammenarbeit mit INSITE IT und seine Erfahrungen bei der Digitalisierung von Großprojekten.

1. Wie kam es 2012 dazu, dass Sie mit der damals noch jungen Firma INSITE IT an der Digitalisierung von Baustellen arbeiteten und Insite LMS in Ihr Unternehmen brachten?

Heinz Pichler: Das ergab sich im Zuge eines Projektmanagement-Seminars. Ich habe ein paar der Probleme, die wir auf der Baustelle immer wieder hatten, mit dem Vortragenden besprochen. Auf den Baustellen war es immer das Gleiche: Wir fanden Teile nicht. Unsere Supervisor, die eigentlich etwas anderes tun sollten, suchten in den Lagern und in den Kisten. Das beanspruchte viel Zeit von teuren Ressourcen.

Der Seminarleiter empfahl uns eine junge Truppe, die viel Erfahrung in dem Bereich und eine Lösung für unsere Probleme habe. „Schau dir die einmal an!“, meinte er. Das war der Beginn! (Heinz Pichler lacht)

Beides, Team und Konzept von Insite LMS, haben mich überzeugt.

Über die Jahre hat sich die Lösung konsequent vom Logistiktool zum umfassenden Baustellentool mit Schnittstellen zu anderen Systemen weiterentwickelt. Kurz: zum „One Tool At Site“ bei uns.

2. Häufig stoßen Digitalisierungsprojekte auf Widerstand. War damals viel Überzeugungsarbeit nötig? Wie konnten Sie Ihre Teams überzeugen?

Heinz Pichler: Ja, am Beginn war der Widerstand extrem groß! Aber auch der Leidensdruck ... Geholfen haben der einfache, strukturierte Aufbau von Insite LMS und die gute, unbürokratische Unterstützung vom INSITE IT-Team.

Zur erfolgreichen Ausrollung und globalen Akzeptanz von Insite LMS hat sicher beigetragen, dass die Lösung allen, die auf der Baustelle damit arbeiten, unmittelbar weiterhilft. Wir haben immer geschaut: was brauchen die Anwender auf der Baustelle? Dafür haben wir gemeinsam mit INSITE IT passende Lösungen entwickelt. So wurde Insite LMS beständig erweitert, Stück für Stück ausgerollt und schließlich ein absoluter Selbstläufer.

Eine Herausforderung zu Projektbeginn war, dass wir zu viele verschiedene Arbeitsweisen für gleiche Tätigkeiten hatten. Die hatten wir, weil die Firmenstruktur über Jahrzehnte entstanden ist und laufend neue Standorte integriert werden mussten. Jede Firma hatte ihre eigenen Word- und Excelvorlagen. Die Leute zu überzeugen, diese Dokumente zu harmonisieren, war nicht einfach. Der Schritt war jedoch schon längst nötig und ist uns schlussendlich gelungen.

Das erwies sich als sehr gesund für das Unternehmen. Dadurch wurde viel Arbeit eingespart. Vieles, was früher mühsam händisch eingetragen werden musste, konnte jetzt in Insite LMS hochgeladen und einfach weiterverwendet werden. Mit Insite LMS waren dann jederzeit gut strukturierte Informationen verfügbar. Das erleichterte das Leben der Projektteams enorm.

Rückblickend war es auch wichtig, alle Beteiligten über die Einführungsphase hinaus konsequent zu schulen. Zudem half es, den Anwendern bei Bedarf umgehend Support zu geben. Bei allen diesen Themen hatten wir von INSITE IT immer alle nötige Unterstützung bekommen.

3. Welche Chancen und welche Herausforderungen bietet die Digitalisierung von Baustellen im Anlagenbau?

Heinz Pichler: Zu den Chancen: Wenn man den Schritt einmal gewagt hat, profitiert man enorm. Beispielsweise von der Vereinfachung bei der immer anspruchsvoller werdenden Administration auf Baustellen. Mit Insite LMS reduziert sich der für die Dokumentation nötige Aufwand auf ein Minimum. Die Verwendung von bestehenden Daten in Tages- und Wochenberichten ist einfach möglich und spart Zeit.

Last, but not least liefert die Lösung die ideale Basis für das Erstellen und Geltendmachen von Claims sowie das Erzielen von Extensions Of Time oder Cost Compensations. Man kann damit Ansprüche unaufwändig, vollständig und transparent belegen!

Zu den Herausforderungen: Man muss laufend Widerständen angemessen begegnen. Das erfordert Fingerspitzengefühl und Beharrlichkeit. Zudem muss man sich Gedanken machen, wie viel Aufwand man vorab in die Evaluierung und in die Harmonisierung investiert und ab wann man mit der Durchführung der Digitalisierung startet.

Für uns hat es sich als sinnvoll erwiesen, eine begrenzte Zeit lang zu evaluieren und das Allernötigste vorab zu harmonisieren - dann jedoch zügig mit der Digitalisierung zu starten und laufend Bereiche weiterzuentwickeln. Sonst wird man nie fertig.

4. Nach nunmehr fast 10 Jahren: Welche Rolle spielte Insite LMS für Ihre Projekte damals wie heute?

Heinz Pichler: Insite LMS ist bei uns voll akzeptiert und konsequent in den Projekten im Einsatz. Die Lösung wird laufend ausgebaut: Logistik, Lagerung, Berichtswesen, Zeiterfassung sowie Baukassa sind einige der Themen, die wir mittlerweile über Insite LMS abdecken.

Mein klares Resümee nach zehn Jahren ist: Für uns kommt nur ein „One Tool at site“-Ansatz infrage, also eine einzige Lösung auf der Baustelle einzusetzen. Schnittstellen kann man dann überall hin bauen. Auf der Baustelle will ich genau ein Tool haben und das ist Insite LMS.

5. Welche drei Tipps würden Sie anderen Unternehmen, die jetzt überlegen, ihre Baustellen zu digitalisieren, mit auf den Weg geben?

Heinz Pichler:

  1. Ich kann nur sagen: Digitalisieren Sie, je früher, desto besser. Das spart Zeit und Ressourcen.

  2. Setzen Sie klar die Anwender auf der Baustelle ins Zentrum des Projekts.

  3. Setzen Sie auf erprobte Lösungen von Anlagenbauprofis. Aus eigener Erfahrung weiß ich: Irgendwelche „hinmodifizierten“ megakomplexen Tools, die das Thema Baustelle auch irgendwie abdecken, sind genau verkehrt. Insite LMS wurde maßgeschneidert für den Baustellenbedarf und in enger Zusammenarbeit mit den Anwendern entwickelt. Das ist ideal.

Ich kann nur sagen, ich würde es wieder mit INSITE IT machen! Ich sehe das als absolut erfolgreiche Zusammenarbeit.


Wir danken Heinz Pichler für das Interview, die erfolgreiche Zusammenarbeit und den langjährigen, guten gemeinsamen Weg!

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INSITE IT GmbH

Since the company was founded in 2012, INSITE IT GmbH has continuously become the professional partner for plant engineers. The software company with headquarters in Linz (AT) and a location in Chicago (USA) develops software solutions for materials, logistics and site management in plant engineering.

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